Sonntagmorgen um 08.00 Uhr war Besammlung in Grellingen zur gemeinsamen Ausfahrt. Wir teilten die Motorräder in zwei Gruppen auf, moderne und klassische Motorräder. Welche Überraschung; 20 Clubmitglieder hatten sich eingefunden und zwei Gäste vom Deutschen MV Agusta Club. Pünktlich um 08.30 Uhr nahmen wir die Reise in Angriff und fuhren Richtung Laufen, Kleinlützel und dann die „Internationale“ Richtung Lucelle. Kurz vorher hatten sich die Gruppen geteilt und Charly machte mit den Modernen eine Zusatzschlaufe über Winkel. Wir mit den Klassischen fuhren Richtung St. Ursanne und dann dem Doubs entlang nach St. Hippolyte. Bei Glere kam die böse Überraschung; meine MV versagte den Dienst und ich musste Edith mit dem Besenwagen rufen. Als wir auf sie warteten wurden wir von der Gruppe mit den modernen Motorrädern eingeholt. Meine Begleiter fuhren dann ohne mich nach St. Hippolyte zum Kaffeehalt. Als Edith eintraf haben wir die MV eingeladen und die 250ccm Honda, welch wir sicherheitshalber im Besenwagen mitgeführt hatten, war nun mein neues Arbeitstier. Als ich schliesslich in St. Hippolyte eintraf gab es ein grosses Hallo und ein paar mitleidige Blicke. Nichts konnte mich aufhalten und wir nahmen den Rest unter die Räder. Bei zügiger Gangart ging es dem kleine Fluss les Desourbe entlang. Über Maîche, le Russey und Morteau erreichten wir Villers le Lac, wo wir uns zum Mittagsessen einfanden. Roland und Rosmarie Moeschlin erwarteten uns bereits. Bei einem gemütlichen Essen und angeregter Unterhaltung erholten wir uns von der Fahrt. Nach dem Essen fuhren wir ein kurzes Stück über den Col des Roches und kamen an unser Ziel in Le Locle. Ursprünglich ist das Tal Le Locle und La Chaux-de-Fonds eine Mulde, die von zwei Sätteln, dem Pouillerel im Norden und dem Mont-Cornu im Süden, flankiert ist. Ab dem Crêt-du-Locle wird diese Mulde tiefer und breiter und bildet das Tal von Le Locle. Hier findet man die unterirdischen Mühlen die 1652 von Jonas Sandoz erbaut wurden. Das Museum, welches seit 1981 mit freiwilligen Helfern die Höhlen wieder restauriert hatte, machte einen sehr gepflegten Eindruck und wir wurden herzlich begrüsst. Mit Verena hatten wir eine sehr kundige Führerin, welche uns die ganze Geschichte von den Mühlen, ihrer Bauweise und den Arbeitsverhältnissen erzählte. Um die ganze Geschichte zu erzählen müsste ich die nächsten paar Tage an diesem Artikel schreiben. Wer sich aber für diese Geschichte interessiert, sollte sich das Ganze vor Ort anschauen. Uns hat es sehr gut gefallen und es ist ein Geheimtipp, den man einmal gesehen und erlebt haben muss. Nach dieser 90 Min. Führung gab es im Überirdischen Teil des Museums noch genügend Geschichte über die Mühlen, das Sägewerk und den Schlachthof. Von hier an trennten sich unsere Wege; einige nahmen den direkten Heimweg unter die Räder und andere fuhren zusammen wieder Richtung Grellingen. Es war ein toller Tag mit vielen guten Erinnerungen und dem Gedanken wieder etwas dazugelernt zu haben. Andy Ruch |