Laudatio „LUIGI TAVERI“

22.03.2018

Laudatio  „LUIGI  TAVERI“

 

 

Man hat es geahnt, dass er sich nach dem Hirnschlag leider nicht mehr erholen wird.

Ein Idol und ein Vorbild ist am 1. März 2018 von uns gegangen.

Sein Mythos wird in die Geschichte eingehen. Von ihm werden sie alle noch Jahrzehnte lang reden. Die Bewunderung wird nie abflachen.

Er war viel mehr als der erfolgreichste Schweizer Motorradpilot aller Zeiten. Mit ihm hat der Rennsport eine der grössten und beliebtesten Persönlichkeiten, halt wirklich den letzten Gentleman, verloren.

 

Eine Laudatio von ihm, oder über ihn zu schreiben ist eine Abhandlung einer grandiosen Erfolgsgeschichte.

 

Schon früh begann die grosse Liebe zum Rennsport zu wachsen.

Motorräder waren sein Leben.

 

Luigi Taveri ist Schweizer Rekordhalter. Dreimal wurde er 125er Weltmeister, Fünfmal Schweizermeister.

Bei 143 GP- Starts holte er auf MV AGUSTA und Honda zwischen 1956 und 1966

30 Siege und 89 Podestplätze in den Klassen 50, 125, 250, 350 ccm, sowie auch einmal einen 6. Platz als Beifahrer mit Hans Haldemann. Er ist der einzige Fahrer, der in allen, zu seiner Zeit gefahrenen Klassen, WM- Punkte holte.

 

Taveri pilotierte eine der seltenen 5 Zylinder- Viertakt- 125er Honda. Der Klang, der durch die fünf Auspuffrohre ins freie austreten konnte, war unbeschreiblich.

 

Auch auf der Isle of Man wurde er als Legende verehrt. Er konnte das gefährlichste Rennen der Welt dreimal gewinnen. Als einziger Nicht- Brite präsentierte er sogar den Klub der Rennfahrer der Isle of Man.  

 

Luigi Taveri schaffte sich selber ein Denkmal, in dem er der erste dokumentierte Motorrad- Rennfahrer wurde der mit dem Knie schliff- eine Praxis, die heute zum normalen Standart gehört.

 

Er sprach gerne über die Geschichten von früher. Luigi war ein wunderbarer Erzähler und konnte die guten alten Zeiten so richtig geniessen und aufleben lassen. Es blitze in seinen Augen, wenn er sich erinnerte, wie er seine Karriere Anfang der 50er Jahre in Locarno in einem „Hausecken- Rennen“ begann.

 

2006 hat er im Alter von 77 Jahren in zwei Wochen mit dem Fahrrad, begleitet von seiner Frau Tilde und der Tochter Blanca, die 936 km des Jakobsweges von der französischen- spanischen Grenze nach Santiago de Compostela zurückgelegt. Aus Dankbarkeit für das Leben und das Glück, das er erfahren durfte.

 

Beim dritten Weltmeistertitel war ich gerade 13 Jahre alt. Da merkte auch ich, dass wir einen Diamanten in der Schweiz haben. Da war ein Junge, der stolz war ein Eidgenosse zu sein. Ab dann hatte Luigi Taveri einen grossen treuen Fan mehr.

Die Krönung war dann die persönliche Bekanntschaft, den Besuch bei ihm zu Hause. Die Ehrenmitgliedschaft für Luigi im MV AGUSTA Club Schweiz, sowie die Einweihung der Taveri- Bildwand am 20. MV AGUSTA- Jahrestreffen 2015 auf dem Hasenstrick.

Stolz und glücklich war ich an diesem Jubiläumstreffen.

 

Luigi Taveri hat seinen Traum gelebt und war immer von einer tiefen Dankbarkeit erfüllt.

 

Vom Theologen Dietrich Bonhoeffer stammen die Worte.

„je schöner und voller die Erinnerung, desto schwerer ist die Trennung.

Aber die Dankbarkeit verwandelt die Erinnerung in eine Stille Freude.“

 

In tiefer Trauer, und mit Stolz ihn gekannt zu haben, verneigen wir uns vor ihm.

 

Niggi Horni, Präsident vom MV AGUSTA Club Schweiz

 

 

 


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